Autor für Horror, Thriller & Suspense

Wie plottet man denn jetzt?

Alles beginnt mit einer Idee. Ich will eine Geschichte über eine Person schreiben, die keine Angst kennt.

Da habe ich einen Charakter.

Dieser Typ soll Abenteuer erleben und am Ende lernen, was es bedeutet, sich zu fürchten.

Jetzt brauche ich etwas, das die Geschichte ins Rollen bringt, den Auslöser, den springenden Punkt.

In meinem Fall beschließt mein Prota sein gemütliches Heim zu verlassen und sich auf die Reise zu begeben. (Der Plotpoint)

Der Plotpoint ist untrennbar mit dem Charakter verbunden.

Er geht auf Reisen WEIL er keine Angst kennt; es ist sein „inner need“ das ihn vorantreibt.

Auf der Reise soll er verschiedene Abenteuer erleben.

Aber was für welche?

Jetzt kommen wir ins Plotten: Angriffe von Drachen, Übernachtungen in Spukmühlen, Kämpfe mit Riesen? Während ich mir ausdenke, was für Gefahren mein Prota bestehen soll, muß ich mir auch gleich Gedanken machen, wie die einzelnen Abenteuer enden; wie dieser Prota die Probleme löst; und zwar immer in Hinblick darauf, wie DIESER Prota es löst, mit seinen spezifischen Eigenschaften (er kennt keine Angst).

Wenn mir hier auffällt, dass mein Prota noch nicht genug Eigenschaften hat, muß ich ihm sie jetzt geben.

WIE bekämpft er den Riesen, WIE rettet er die Prinzessin? Das ist der Plot.

Wie endet alles, was ist der Schluß auf den ich hinaus will? Der Plot führt stets auf das Ende zu.

Ich möchte, dass der Prota siegreich heim kehrt, aber seine Ehefrau lehrt ihn das fürchten. Aha, hier geht es also um seine Ehe!

Dann zurück in den Plot, was einbauen, das auf seine Ehe hindeutet, und zurück zum Prota, noch ein paar Eigenschaften einbauen, die auf sein gestörtes Verhältnis zu Frauen hindeutet …

He, da fällt mir auf, dass genau das das fehlende Puzzlestück sein könnte, das bewirkt, warum er sein Heim verläßt und auf Abenteuerreise geht: Seine Frau ist ein Drachen.

Und schon fällt mir auf, was mein Thema/ die Moral von der Geschichte ist.

Das bringt mich zurück zum Plot: Die Abenteuer sollten der Moral angepasst werden; lieber Kämpfe mit Drachen als Übernachtungen in Spukmühlen, und wie wäre es statt eines bedrohlichen Riesen mit einer Riesin? Angriff der 7-Meter Frau?

Was ich abschließend damit sagen will:

Plot ist für mich immer eng verwoben mit Charakter / Thema / dem angestrebten Schluß und muß sich diesen Elementen anpassen.

Ich könnte nicht losgelöst von dem Rest plotten. Ein pures Handlungsgerüst a la : „Mann raubt Bank aus, nimmt Geiseln, erschießt sich am Ende selbst“, ist für mich nur die halbe Miete.

Aber natürlich kann man, wenn man zuerst einen Plot hat („Mann raubt Bank aus …“) von diesem Anfang ausgehen und dann weiter darauf aufbauen.

Viele Wege führen nach Rom (zum Roman.)

Was ist Plotten?

Plot ist das englische Wort für Handlung, meint also nichts anderes als den Handlungsstrang einer Geschichte. Da „Handlung“ im Deutschen ein wenig irreführend ist, hat sich das englische „plot“ eingebürgert.

Und im englischen gibt es dann noch den schönen Begriff „plotpoint“, also den Punkt an dem die Handlung ins Rollen kommt/ die Katastrophe hereinbricht/ Der Prota die Entscheidung trifft, die alles verändert. Dafür gibt es im deutschen meines Wissens nach keinen vergleichbaren Begriff. (Es ist DER Wendepunkt; der erste und wichtigste.)

Geschichten sind entweder „characterdriven“ oder „plotbasiert“.

Worauf der Schwerpunkt gelegt wird, hängt ganz allein von der Idee, dem Thema, dem Genre und letztendlich vom Geschmack des Autors ab.

Aber egal wo der Schwerpunkt am Ende liegen wird, das eine geht nicht ohne das andere: Plot und Charakter bedingen sich gegenseitig; man entwirft das eine passend für das andere.

Ein Roman entsteht

"Schreiben ist wie Ringen. Man braucht Disziplin und Technik. Man muss auf eine Geschichte zugehen wie auf einen Gegner."
(John Irving)

Das ist ein Zitat, welches so den Nagel auf den Kopf trifft, wie kein anderes. Wenn ein Roman entsteht, ist das erste eine simple Idee. Vielleicht auch ein Geistesblitz, welcher einen einfach mal so überkommt. Danach wächst diese Idee. Wird konkreter und manifestiert sich im Kopf und auch auf einen Stück Papier oder vielleicht sogar in einem Notizbuch.

Wie das so aussieht, wenn ich an einem Roman arbeite:


Die Wand des Chaos. Alles wird ersteinmal auf Karteikarten
geschrieben - umgehängt - sortiert ...

Welche weiteren Utensilien ich für das eigentliche schreiben verwende, zeige ich Euch zu einem späterem Zeitpunkt.

Show more posts


Chris Angrow' News

Hier kannst du dich für meinen Newsletter anmelden. Der Newsletter ist natürlich kostenlos und du kannst ihn jederzeit abbestellen. Bitte trage einfach unten deine E-Mail ein und klicke auf "Ja, ich will!"

Stacks Image 59

Deine Email